Angstbewältigung

Angst ist eines der Grundprogramme des Körpers. Sie sorgt dafür, dass in tatsächlich / vermeintlich gefahrvollen Situationen der Körper optimal auf Fight-or-Flight-Verhalten vorbereitet ist. Aus dieser Sicht ist ein angemessenes Maß an Angst ein wesentlicher Teil des Selbsterhaltungstriebes und ein wichtiges Werkzeug in der Gefahrenbegegnung.

Körperliche Reaktionen bei Angst sind typischer Weise:

  • Erhöhte Aufmerksamkeit, insbesondere Pupillenerweiterung zur Verbesserung des Sehvermögens, Verbesserung des Gehörs
  • Erhöhter Muskeltonus
  • Beschleunigte Atmung
  • Reduzierung von Verdauungstätigkeit

Allerdings kann Angst die positiven Funktionen nur unter bestimmten Voraussetzungen wahrnehmen. Wird beispielsweise eine angstbesetzte Situation gemeistert, fördert dies das eigene Selbstvertrauen, das körpereigene Belohnungssystem schüttet Serotonin und andere Botenstoffe aus, was, je nach Art und Stärke der vorher verspürten Bedrohung bis zu zu euphorischen Gefühlsaufwallungen führen kann. So findet ein positiver Lernprozess statt, der dafür sorgt, dass die nächste angstbesetzte Situation mit (noch) mehr Selbstvertrauen angegangen wird.

Angst kann die verschiedensten Ausdrucksformen annehmen. Von der Vorsicht oder Scheu, über Zwänge, Formen der Furcht, bis zu Phobien, Panikartiger Angst oder sogar psychotischen Angstzuständen.

Weiterhin ist an dieser Stelle auch zu unterscheiden zwischen einer ängstlichen Persönlichkeit und situationsbedingten Ängsten.

Jeder Mensch verfügt über ein eigenes Repertoire an Bewältigungsstrategien, die er nutzt, um diese Ängste zu überwinden und sein Leben zu meistern. Hierzu gehören sehr unterschiedliche Verhaltensweisen, wie zum Beispiel:

  • Vermeidung von Angst auslösenden Situationen, etc.
  • Bagatellisierung, gerade bei als peinlich empfundenen Angstgefühlen
  • Verdrängung und Leugnung von Angstempfindungen
  • Übertreibung von Sicherheitsvorkehrungen

aber auch

  • Das Bewältigungsverhalten, das sich um eine angemessene Reaktion auf die Angst bemüht

Andererseits neigen Ängste dazu zu generalisieren und sich zu verstärken. Solche übersteigerten Formen von Angst, gerade wenn sie den Einzelnen im täglichen Leben einschränken und sogar Leidensdruck erzeugen, sind nicht mehr hilfreich.

In solchen Situationen kann es sinnvoll sein, sich von außen bei der Findung von weiteren, bisher nicht genutzten, Bewältigungsstrategien unterstützen zu lassen.

Solche Unterstützungsmaßnahmen können sehr unterschiedlich gestaltet sein. Wir nutzen beispielsweise kognitive, mentale, systemische und auch bewegungsbasierte Methoden. Nach Rücksprache mit und bei entsprechender Akzeptanz des Betroffenen können auch tranceinduzierte Verfahren zur Anwendung kommen.